Die ERP-Go-live-Checkliste: 8 Punkte vor dem Start.
Ein sicherer ERP-Go-live braucht acht Dinge: eine bestandene Generalprobe, ein Datenübernahme-Drehbuch, einen Rückfallplan, eine klare Go/No-go-Entscheidung, geschulte Anwender, erhöhte Support-Bereitschaft, eine Regelung für das Altsystem und eine geplante Stabilisierungsphase. Fehlt einer dieser Punkte, wird die Umstellung zum Blindflug.
Der Go-live selbst ist selten das Problem, wenn die Wochen davor sauber gelaufen sind. Diese Checkliste macht den Unterschied zwischen geplanter Umstellung und einem Wochenende voller Überraschungen.
Die 8 Punkte der Checkliste.
01
Generalprobe bestanden
Die komplette Umstellung wird einmal durchgespielt: Datenübernahme, Kernprozesse, Schnittstellen, mit gemessenen Zeiten. Erst wenn die Probe sitzt, steht der Termin.
02
Datenübernahme-Drehbuch
Jeder Schritt der Übernahme mit Reihenfolge, Verantwortlichem, Zeitfenster und Prüfpunkt. Beim Go-live wird abgearbeitet, nicht improvisiert.
03
Rückfallplan definiert
Was passiert, wenn es nicht läuft: Bis zu welchem Punkt geht es zurück ins Altsystem, wer entscheidet das, und was ist dafür vorzubereiten?
04
Go/No-go-Entscheidung
Ein fester Termin kurz vor der Umstellung mit klaren Kriterien. Ein ehrliches No-go ist billiger als ein erzwungener Start.
05
Schulung abgeschlossen
Alle Anwender sind geschult und haben in der Übungsumgebung gearbeitet. Offene Wissenslücken sind bekannt und durch Key-User abgedeckt.
06
Support-Bereitschaft steht
In den ersten Tagen sind Anbieter und Key-User erreichbar und fest eingeplant. Klare Wege: Wer nimmt Meldungen auf, wer entscheidet über Prioritäten?
07
Altsystem geregelt
Das Altsystem läuft lesend weiter, Zugriffe und Aufbewahrung sind geklärt. Abgeschaltet wird erst, wenn sich das neue System bewiesen hat.
08
Stabilisierung geplant
Für die ersten Wochen nach dem Start sind Lagebesprechungen, Nachschulung und die Priorisierung offener Punkte fest eingeplant, nicht nur gut gemeint.
Ein guter Partner bringt das Go-live-Drehbuch mit.
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Tägliche Lagebesprechung
Kurz und verbindlich: Was klemmt, wer kümmert sich, was hat Priorität? In den ersten zwei Wochen täglich, danach in größeren Abständen.
Störungen priorisieren
Nicht jede Meldung ist ein Notfall. Ein einfaches Raster trennt Betriebsstopper von Schönheitsfehlern und schützt das Team vor Daueralarm.
Nachschulung und Feinschliff
Erfahrungsgemäß zeigt sich nach 4 bis 8 Wochen, wo Anwender Umwege gehen. Gezielte Nachschulung und kleine Korrekturen bringen die letzte Stufe Produktivität.
Go/No-go: die Kriterien für die Startfreigabe.
Die Entscheidung fällt gegen eine Liste, nicht nach Gefühl. Diese Punkte gehören darauf.
- 1Die Generalprobe ist ohne kritische Fehler durchgelaufen, die Zeiten passen ins Umstellungsfenster.
- 2Die Testmigration stimmt: Salden, Bestände und Stichproben sind von den Fachabteilungen abgenommen.
- 3Alle Kernprozesse sind von Key-Usern getestet und freigegeben.
- 4Die Schnittstellen zu Shop, Lager, Banken oder Kassen laufen im Test stabil.
- 5Support-Plan und Rückfallplan liegen schriftlich vor und sind allen Beteiligten bekannt.
- 6Das Team ist einsatzbereit: keine kritischen Urlaube oder Engpässe im Umstellungszeitraum.
Häufige Fragen zum ERP-Go-live.
Wann ist der beste Zeitpunkt für den Go-live?
In einer ruhigen Geschäftsphase, häufig an einem Monatswechsel. Der Jahreswechsel wirkt buchhalterisch elegant, kollidiert aber mit Jahresabschluss und Urlaubszeit. Entscheidend bleibt: Der Termin folgt dem Projektstand, nicht dem Kalenderwunsch.
Big Bang oder schrittweise Umstellung?
Beides kann richtig sein. Der Big Bang ist schneller und vermeidet lange Parallelarbeit, verlangt aber Generalprobe und Rückfallplan. Die schrittweise Einführung senkt das Risiko, verlängert dafür den Übergang. Wichtig ist nicht die Methode, sondern dass sie geplant ist.
Wie lange dauert die Stabilisierungsphase?
Erfahrungsgemäß 4 bis 12 Wochen, je nach Komplexität. In dieser Zeit werden Störungen abgearbeitet, Anwender nachgeschult und offene Punkte priorisiert. Danach sollte der Betrieb ohne tägliche Projektbegleitung laufen.
Was gehört in den Rückfallplan?
Der Punkt, bis zu dem eine Rückkehr ins Altsystem möglich ist, die Kriterien und der Verantwortliche für die Entscheidung, und die technischen Voraussetzungen: gesicherte Datenstände und ein startbereites Altsystem. Ein Rückfallplan, den niemand geprobt hat, ist ein Wunsch.
Wann darf das Altsystem abgeschaltet werden?
Erst wenn das neue System sich über mehrere Abschlüsse bewiesen hat und Lesezugriff sowie Aufbewahrungspflichten geregelt sind. Viele lassen das Altsystem übergangsweise im Lesebetrieb laufen, klären Sie dafür die Lizenzkosten.
Woran erkenne ich, dass mein Anbieter den Go-live beherrscht?
Fragen Sie nach dem Vorgehen: Generalprobe, Drehbuch, Rückfallplan, Support-Konzept. Im Wettbewerb zeigt sich das am schnellsten: In den Bewerbungen auf Ihre kostenlose Ausschreibung können Sie das Go-live-Vorgehen mehrerer Anbieter direkt vergleichen.
Stand: August 2026. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
Ein Go-live wird geplant, nicht gewagt.
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